Kleingewerbe anmelden – schnelle Anleitung für Gründer

Kleingewerbe anmelden

Generell gibt es in Deutschland keine Rechtsform, die Kleingewerbe anmelden heißt. Häufig wird dieser Begriff trotzdem als Synonym der Sogenannten Kleinunternehmen verwendet. Ein Kleingewerbe bietet dem Gründer die Möglichkeit zu schauen, ob sich seine Geschäftsidee rentiert und macht sich damit nicht von Anfang an vollständig finanziell abhängig. Die Gewerbeanmeldung ist der letzte Schritt in die berufliche Selbstständigkeit und die damit verbundene Gründung eines Unternehmens.

Was versteht man unter einem Kleingewerbe?

Von einem Kleingewerbe spricht man, wenn Unternehmen im Jahr nicht mehr als 50.000€ Umsatz machen. Es handelt sich hierbei um ein Gewerbe, dass die Kleinunternehmerreglungen nutzt. Kleingewerbetreibende sind nicht dazu verpflichtet, alle Rechte und Pflichten von Kaufleuten zu berücksichtigen. Werden bestimmte Umsatzgrenzen eingehalten, muss keine Umsatzsteuer auf Rechnungen ausgewiesen werden. Ebenso muss ein solches Gewerbe nicht in den Handelsregister eingetragen werden.

So geht man beim Anmelden vor

Egal ob der Betrieb als Kleingewerbe laufen soll oder ob das Kleinunternehmen nur der Start in die Selbstständigkeit sein soll, bevor es wirklich beginnen kann, muss das Gewerbe zunächst angemeldet werden. Das Anmelden geschieht beim Gewerbeamt, welches für den Standort des Unternehmens verantwortlich ist. Dies kann persönlich, schriftlich oder online geschehen.

Als Ausnahme gelten hier Freiberufler und Berufe der Urproduktion (Forst- und Landwirtschaft). Diese gelten nicht als Gewerbetreibende und sind daher nicht verpflichtet, eine Anmeldung beim Gewerbeamt zu machen.

Zunächst wird ein Gewerbeschein benötigt, den man beim Gewerbe- oder Ordnungsamt der ortsansässigen Gemeinde erhalten kann. Kurz nach dem Sie den Gewerbeschein beantragt haben, bekommen Sie Post vom zuständigen Finanzamt mit einem Fragebogen zu steuerlichen Erfassung. In diesem Zuge bekommen sie auch eine persönliche Steuernummer.

Durch das Anmelden beim Gewerbeamt, ist man zwangsläufig Mitglied bei der IHK und muss dementsprechend gewisse Beiträge zahlen.

Auch bei der Berufsgenossenschaft muss die Branche eingetragen werden. Hier sollte man sich beeilen, denn jeder Unternehmer muss seine Firma eine Woche nach Firmengründung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft eingetragen haben.

Sobald Mitarbeiter eingestellt werden, wird zusätzlich eine Betriebsnummer benötigt, die bei der Bundesagentur für Arbeit angefordert werden muss. Sie ist notwendig, um die Angestellten bei der Sozialversicherung und Krankenkasse anzumelden. Dies gilt ebenso für Auszubildende oder Mini- Jobber.

Woran sollte man bei der Anmeldung am Gewerbeamt unbedingt denken?

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geld, denn eine solche Anmeldung kostet zwischen 15 und 60 Euro
  • Bevollmächtige benötigen die Vollmacht und den eigenen Personalausweis
  • Bei erlaubnis-, zulassungs- oder überwachungsbedürftigen Tätigkeiten sind unter anderem Erlaubnisurkunden, Handelsregisternachweise oder ähnliches nötig

Vorteile des Kleingewerbes

Ein Kleinunternehmen hat den großen Vorteil, dass man sich die doppelte kaufmännische Buchführung und Buchhaltung spart und keine Bilanz erstellen muss. Ebenso muss keine Inventur gemacht werden und der Jahresabschluss muss auch nicht veröffentlicht werden.

Fazit – Ein Kleingewerbe als strategische Option für den Start in die Selbstständigkeit

Sofern die Gewinngrenze von 50.000€ nicht überschritten wird, kann der Status als Kleinunternehmer beansprucht werden. Ein Kleingewerbebetreibender kann sich von der Umsatzsteuer befreien und zahlreiche buchhalterische Vereinfachungen nutzen. In der Startphase kann sich somit voll und ganz auf die täglichen Aufgaben konzentriert werden.